Besuch der Tour de France 2017

Nach 30 Jahren haben wir endlich mal wieder einen Start der Tour de France in Deutschland. Insgesamt ist es erst der vierte „Grand Départ“ in Deutschland und zum Glück mit Düsseldorf auch in meiner Nähe. So musste ich nicht lange überlegen und schnell stand fest, dass ich versuchen werde auch an einem Tag vor Ort zu sein. Zum Start in Düsseldorf passte es nicht, aber die zweite Etappe, die von Düsseldorf nach Lüttich und dabei durch das Neanderthal führt, sollte machbar sein.

So ziemlich jede Gemeinde, durch die gefahren wurde, hatte eine extra Webseite mit zahlreichen Informationen und ein passendes Rahmenprogramm am Start. So schaute ich was für mich am Besten passte. Ich wollte mit meiner 6-jährigen Tochter zur Tour, da diese mir schon bei der Italienrundfahrt im TV erzählte, sie will auch mal ein Rennen sehen. Aus diesem Grund entschied ich mich für den Hotspot „Familenfest & Public Viewing am Neanderthal-Museum“ in Mettmann.

Ich rechnete mit viel Andrang, weshalb ich recht früh vor Ort sein wollte. Aus meiner Richtung ist das ganze mit Bus & Bahn schlecht zu erreichen, weshalb ich mit dem Auto anreisen musste. Schon am Parkplatz merkte ich, mein Plan geht auf, es ist noch nichts los. Oder war das alles? Habe ich alles überschätzt und es wird leer bleiben? Schließlich war auch an der Strecke und Leinwand nichts los…

Es füllte sich aber etwas…. Und auch bald kam schon der erste mobile „Kiosque“ vorbei, bei dem man Fanartikel der Tour kaufen konnte. Dazu die Lautsprecherdurchsage mit französischem Akzent „Tieee-Schöööör Sehn Euro“. Zumindest habe ich das so verstanden…. 😉 Es füllte sich immer mehr und schon bald sollte die Werbekarawane kommen. Am Anfang standen wir noch in der ersten Reihe, änderten dann aber unsere Strategie uns stellten uns hinten in den freien Raum. Auch von dort konnte man ganz gut sehen, wahrscheinlich sogar besser, weil in der ersten Reihe war das Blickfeld recht klein.

Man merkte auch das wir im Neanderthal waren…. Schon bekannt aus dem TV:

Die Stimmung wurde immer besser, und es wurde alles gefeiert was vorbei kam. Egal ob es ein Motorrad, ein Auto, oder auch ein Polizist auf dem Fahrrad war. Ich habe es mal versucht einzufangen, es kommt aber nicht ganz so gut rüber.

Ich glaube alle hatten ihren Spaß. Und genau das war so faszinierend. Alle waren gut gelaunt und zufrieden.

In der Zeit zwischen der Werbekarawane und den Radfahrern wollte ich mich mit meiner Tochter etwas auf dem Familienfest umsehen. Einige Organisationen hatten dort ihre Stände aufgebaut, so dass es für Kinder recht viel zu erleben gab. Man konnte basteln, etwas erleben und auch Sachen über den Klimaschutz spielend erlernen. Hier gab es auch oftmals nochmal kleine Giveaways, die man mit nach Hause nehmen konnte. Toll gemacht Mettmann, meiner Kleinen hat es sehr gut gefallen!

Nun rückte die Tour immer näher. Wir versuchten noch den besten Platz zu finden, denn auf einmal war es total voll. Zunächst kamen die Ausreißer vorbei, gefolgt von dem Peloton mit rund drei Minuten Rückstand. Die Führenden konnten wir noch gut sehen, danach ging alles viel zu schnell 🙂 In keinen 30 Sekunden waren auf einmal die restlichen 195 Fahrer vorbei… Irgendjemand zu erkennen? So gut wie unmöglich.

Dank des Public Viewing auf einer großen Leinwand konnte man das Rennen auch direkt an der Strecke erkennen. Unbeschreiblich die Stimmung in dem Moment, als der Vorplatz des Museums, also dort wo sich alles abspielte, von der Helikopter-Kamera eingefangen wurde und auf der Leinwand zu sehen war. Man hatte das Gefühl Deutschland sei im Fußball gleichzeitig Welt- und Europameister geworden und der FCB wäre abgestiegen…. Andere Geschichte 🙂 Und genauso wurden alle Fahrer bejubelt, einfach irre. Leider ist es unmöglich diese Stimmung und Atmosphäre in Worte zu fassen.

Ich glaube, nachdem der Radsport durch einige Dopinggeschichten in der Zwischenzeit deutlich an Anerkennung verloren hatte, ist diese mittlerweile wieder da. Und das ist auch gut so. Ich finde es toll was der Tourstart in Deutschland für den Radsport gebracht hat. Nächstes Jahr gibt es wieder eine Deutschlandtour, ich denke, dass dies der richtige Weg für den Radsport in Deutschland ist und hoffe, dass die Begeisterung bis dahin anhält.

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