Die ersten 300km mit dem neuen Bike [Update]

Um es genau zu nehmen, laut Garmin Connect sind es erst 299,9km, die 100m schenk ich mir aber mal 🙂 Jedenfalls waren es schöne und nicht so schöne 300km mit dem neuen Bike und auf jeden Fall jede Menge Erfahrungen. Und genau um von diesen zu berichten schreibe ich diesen Beitrag. Immerhin sollt ihr nach dem Baubericht auch Wissen wie der Hobel läuft.

Zum anderen hoffe ich bei manchen Punkte evtl. auch auf Hilfe… Dazu aber später mehr.

Erstmal, es ist ein Unterschied. Ein deutlicher Unterschied. Ist ja auch klar, es gab es ja einige Kernfaktoren, die sich geändert haben im Vergleich zu meinem GIANT:

  • Hardtail -> Fully
  • 27,5″ -> 29″
  • 3×10 Schaltung -> 2×10 Schaltung
  • Anderer Einsatzzweck, daher andere Rahmengeometrie

Zunächst einmal zur Schaltung: Der Unterschied von 3×10 auf 2×10 machte in meinen Augen den kleinsten Unterschied. Ich hatte bisher nicht einmal das Gefühl, als wenn was fehlt. Auf dem neuen Bike ist mein kleinster Gang 22×36, vorher war er sogar etwas größer mit 24×36. Dafür fehlt oben raus etwas, denn da ist nun bei 36×11 Schluss, vorher konnte ich noch bis auf 42×11 gehen, was ich allerdings eh nie gemacht habe.

Durch die andere Rahmengeometrie sitze ich etwas aufrechter. Sagt mir eigentlich eher zu… Ist allerdings noch stark ungewohnt, gerade in steilen Abschnitten verhält sich das Bike dadurch anders.

Zum Unterschied von 27,5″ auf 29″ möchte ich an dieser Stelle nur auf die Wendigkeit und das Überrollverhalten eingehen. Ich könnte nicht sicher sagen, dass das neue Bike nicht mehr so wendig ist wie das Alte. Man merkt es zwar, aber nur minimal. Dafür rollt es viel besser über Wurzeln, etc. drüber, was die Wendigkeit wieder ausgleicht. Durch die aufrechtere Sitzposition und die größeren Räder hatte ich am Anfang allerdings  das Gefühl ich sitze auf einem Pferd. Aber daran habe ich mich schnell gewöhnt.

Positiv

Das neue Bike hat ein viel besseres Fahrverhalten im Abstieg, als das alte. Klar, dank des Dämpfers behält der Hinterreifen mehr Kontakt zum Boden. Es ist generell ein entspannteres Fahren als mit dem Hardtail. Ich muss mich allerdings noch an die drei Positionen des Dämpfers gewöhnen, von denen ich bisher eigentlich fast immer nur „Open“ und „Pedal“ genutzt habe.

Trails und Downhillpassagen sind nun schneller zu fahren und machen mehr Spaß. Ich habe auch ein viel sichereres Gefühl als mit dem Hardtail. Klar, man hat einen viel besseren Halt und nicht ständig das Gefühl vom Bike runter geworfen zu werden.

Am Anfang war ich ja etwas skeptisch wegen der Farbkombination, doch mittlerweile liebe ich sie. Auch das ist Geschmackssache, aber rein optisch gefällt mir mein Bike sehr gut. Mein GIANT fand ich ja auch nie so toll, was die Optik angeht.

Negativ

Wie gerne würde ich an dieser Stelle den Beitrag beenden und wäre einfach nur happy mit dem neuen Hobel. Aber das wäre gelogen und ich denke das gibt es auch nicht bei jedem neuen Fahrrad, zumindest am Anfang. Wenn jemand eine Idee hat wie ich so einen negativen Punkt evtl. beseitigen kann, dann nur her damit. Die Kommentarfunktion ist geöffnet 🙂

Zunächst einmal der Sattel. Boah, was produziert das Ding Schmerzen. Eigentlich komisch, denn früher auf dem Bike vor dem GIANT hatte ich den auch mal drauf. Ok, da liegen etliche Jahre dazwischen und ich war dementsprechend jünger. Ist der Sattel denn nichts mehr für meinen gealterten Hintern? Jedenfalls habe ich mir mal einen neuen bestellt. Somit hoffe ich das dieses Problemchen gelöst ist und wenn nicht, ich weiß zumindest wie es zu beheben ist.

Schmerzen. Nicht nur am Hintern. Auf dem neuen Bike habe ich wieder vermehrt Nackenprobleme. Ich muss allerdings zugeben, dass ich generell am Nacken sehr empfindlich bin. Auch als ich aufs GIANT umgestiegen bin, hatte ich so ca. die ersten 9 Monaten Probleme damit. Daher hoffe ich einfach, dass sich das ganze noch etwas legt. Eigentlich war ich seit dem Umstieg auf die Klickpedale schmerzfrei in den Knien. Jetzt sind die Schmerzen wieder da. Daher werde ich weiterhin noch etwas mit der Sattelposition spielen, was ich bisher nicht wirklich gemacht habe, weil ich auf den neuen Sattel warten wollte. Ich denke hier könnte ich das ganze schon noch in den Griff bekommen. Oder liegen beide Schmerzpunkte an der Geometrie? Komme ich evtl. mit der AM Geometrie des Rahmens nicht zurecht?

Leistung. Das in meinen Augen größte Problem… Ich habe das Gefühl, als wäre meine Leistung seit dem Umstieg auf vielleicht 50-60% gefallen. Strecken die ich vorher relativ locker gefahren bin, machen mich nun fertig. Ich kann mir das ganze nicht erklären, zumindest konnte ich das Problem hierzu nicht ansatzweise finden. Ich denke ich kann technische Probleme ausschließen, es läuft alles freigängig und rund. Woran kann es dann liegen? Ist es, dass ich durch die andere Geometrie einfach neue Muskelpartien beanspruche, die vorher evtl. nicht so benötigt wurden? Oder ist es evtl. durch die größeren Laufräder und somit der längere Hebel? Hier habe ich ja extra schon ein kleineres Kettenblatt gewählt, um das auszugleichen. Oder reicht das nicht aus? Was ich laut Fakten belegen kann, meine Trittfrequenz hat sich von einem Durchschnitt von ca. 85 Umdrehungen auf einen Schnitt von 79-80 Umdrehungen verringert. Laut Herzfrequenz ist alles ungefähr gleich, evtl. sogar etwas geringer als bei dem alten Bike. Eine Vermutung war, dass ich nun eigentlich immer einen Gang größer fahre als vorher, weshalb die Trittfrequenz auch runter ging, aber die Muskeln mehr leisten müssen. Aber warum? Ich fahre doch (bis auf Steigungen) immer nach Gefühl, wie es sich am besten anfühlt… Und bei Steigungen habe ich ja nun im Vergleich zu vorher 2 Zähne weniger vorne…

Ich könnte allerdings auch nicht sagen, wann mich das ganze so fertig macht. Die Anstiege fühlen sich auch nicht „schlimmer“ an als vorher, aber eben im Gesamtpaket habe ich das Gefühl als fehlt Leistung. Auch den Dämpfer und die Energieumwandlung in Wippbewegung kann ich eigentlich ausschließen, denn ich hatte den Dämpfer auch schon gesperrt.

Was jetzt also machen? Weiterfahren und mich an weniger Leistung gewöhnen, bzw. wird sich das wieder geben? Oder das Bike schnappen und einen Termin für ein Bikefitting machen, damit eine falsche Sitzposition ausgeschlossen werden kann? Die „normalen“ Mittel (Lot über Knie etc.) habe ich ja schon überprüft… Allerdings passen die ja auch nicht bei jedem.

Oder passt das Bike evtl. gar nicht zu mir? Oder habe ich mir da nur nen Floh in den Kopf gesetzt, der mir vormacht, mir würde Leistung fehlen? Ich bin etwas ratlos.

Technisch habe ich sonst allerdings keine Probleme, lediglich die Kurbel knarzt. Ich denke das ist auch in den Griff zu bekommen, zur Not kann ich hier auch zu einer Werkstatt fahren… Sonst ist in der Hinsicht alles paletti.

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Update 13.05.2016

Heute bin ich die gleiche Strecke von Mittwoch nochmal gefahren – allerdings mit dem Hardtail. Was mir sofort aufgefallen ist: Scheiße ist das unbequem… Ich war etwas baff, wie schnell man sich scheinbar doch an den gedämpften Komfort eines Fully gewöhnt. Was mir allerdings auch aufgefallen ist: Ich sitze generell etwas weiter vorne. Es ist mehr Last auf den Händen und somit auf der Vorderachse. Ebenso habe ich das Gefühl, als würde ich mehr „von oben“ das Pedal treten und somit mehr Kraft aufwenden können – vermutlich ist genau auch das, was mir gefühlt an Leistung fehlt. Aber dabei hatte ich die Sattelposition doch auch ausgelotet!? Vielleicht sollte ich beim Hardtail diese mal überprüfen bzw. die horizontale Sattelposition einfach nach der Sattelposition auf dem Hardtail einstellen? Ich habe nun zumindest mal einen Anhaltspunkt was ich probieren könnte.

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5 Gedanken zu „Die ersten 300km mit dem neuen Bike [Update]“

  1. Hallo Thorsten,

    das neue Leistungsempfinden kann sicherlich mit der Sitzposition zusammenhängen. Am Rennrad empfinde ich, schon bei unterschiedlich Griffpositionen am Lenker, deutliche Unterschiede in der Wirkung.

    Ein zweiter Faktor wird diesbezüglich sich auch der Dämpfer sein. Auch wenn er gesperrt ist, wird er nicht an die Steifigkeit und Verwindungsstärke eines Hardtail-Rahmens herankommen.

    Ich denke es ist einfach der Hardtail vs Fully Effekt und du musst für dich werten was dir wichtiger ist.

  2. Zum Sattel: Bei einer aufrechteren Sitzposition kann es schon sein, dass man einen breiteren Sattel braucht. Je sportlicher man sitzt, desto schmaler muss der Sattel sein.
    Schmerzen im Knie könnten z.B. von einer falschen Sitzposition, falsch montierten Cleats/ungünstige Fußstellung auf dem Pedal, oder einer ungünstigen Kniebewegung (z.B. Knick nach innen) beim Pedalieren kommen. Im Nacken, das kann natürlich an der Muskulatur liegen, oder an einer falschen/verkrampften Haltung… Das kann schon viele Ursachen haben, ein Bike-Fitting schadet sicherlich nie.

    Hast du was die Leistung angeht weitere Belege? Bist du auf deiner Hausrunde deutlich langsamer? Als Ursache fällt mir spontan ein: weniger sportliche Sitzposition (wobei bei deinem Hardtail auch nicht wirklich eine Sattelüberhöhung zu erkennen ist), gedämpfter Hinterbau (trotz Lockout), evtl. größeres Gewicht des Fullys…

  3. Schonmal danke euch beiden für die Kommentare.
    Den Gewichtsunterschied kann ich ausschließen, die beiden Bikes wiegen bis auf ein paar Gramm das gleiche. Und ja, beim Hardtail habe ich auch nur eine minimale Sattelüberhöhung (oder gleich), aber da ist der Reach länger, daher sitze ich gestreckter.

  4. Hallo,

    ich hatte ein ähnliches Problem mit meinem Rad.
    Ziemliche Knie Schmerzen, dann war die Sitzposition nicht so wie ich sie gern hätte, hatte das Gefühl ich trete mit weniger Kraft und von weiter „hinten“..

    Ich habe das Problem mittlerweile eingegrenzt. Hab zuviel auf einmal geändert und andere Sachen nicht angepasst.
    Im Großen und Ganzen war des Rätsels Lösung die Sattelposition.
    Ich hatte den Sattel ein wenig zu hoch eingestellt, daher kamen die einseitigen Knie Schmerzen.
    Nachdem ich ihn etwas gesenkt habe, ist mir aber aufgefallen, dass ich öfter Muskelprobleme bekomme und irgendwie „Kraft“ fehlt.
    Der Sattel war dann zu weit hinten.. also weiter nach vorne.. da passte dann aber hinterher die Höhe wieder nicht 100%.. also noch etwas mit der Höhe gespielt.. und voila!
    Ich hatte übrigens einen anderen Vorbau eingebaut, danach musste ich die Sattelposition auch ändern!

    Ich würde dir raten: Warte auf den anderen Sattel und stelle das dann neu ein. Ich hab es mit „Hausmittelchen“ gemacht, da ich von Bikefittings nicht so viel halte.
    Also nach Gefühl, Lot (unter der Kniescheibe ansetzen, sollte dann mittig über der Pedalachse sein) und Gefühl. Die Cleat Position solltest du auch nochmal überprüfen.
    Die richtige Sattelbreite ist übrigens auch wichtig! Sitzknochenabstand messen und dann den passenden auswählen (+2cm draufrechnen).
    Ich komme mit Specialized Sätteln gut zurecht, werde auf meinem Trekkingrad aber mal nen Ergon testen 🙂

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