Vergleich Garmin Edge 810 vs. 1000

Nachdem ich die letzten 7 Monate mit dem Garmin Edge 810 herumgefahren bin (Erfahrungen hier und hier), bin ich nun auf den Edge 1000 „aufgestiegen“ und möchte die beiden Geräte mal kurz vergleichen, da sicherlich der eine oder andere zwischen diesen beiden Geräten schwankt.

Der Edge 1000 ist das neuere Modell – und das merkt man auch! Sicherlich unterscheiden sich die beiden Geräte an so vielen Stellen, daher möchte ich hier nur mal die für mich wichtigen Unterschiede aufzählen:

Größe

Der Edge 810 ist nicht nur ausstattungstechnisch und preislich das kleiner Modell, auch von den Abmessungen her ist er kleiner. Zumindest was Länge und Breite angeht, denn bei der Dicke ist der Edge 1000 deutlich schlanker. Durch die schlanke Bauweise war es mir auch nicht mehr möglich den Edge mit dem Standardhalter auf dem Vorbau zu montieren, er lag auf.

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Wie auf dem zweiten Bild zu sehen hat die Aero-Halterung, welche zum Lieferumfang gehört, geholfen. Der Edge ist quasi immer noch auf dem Vorbau, aber am Lenker befestigt und hat etwas Luft. Hält auch bombenfest. Der 1000er ist übrigens auch rund 15 g schwerer. Prinzipiell fand ich die Größe des 810er besser, aber durch die neue Größe gibt es auch ganz andere Möglichkeiten, z.B. beim nächsten Punkt, dem

Display

Nicht nur, dass die Displaygröße von 2,6″ auf 3,0″ gewachsen ist, auch die höhere Auflösung (810: 160×240, 1000: 240×400) macht die Darstellungen von Karten und Informationen besser. Ich muss allerdings ehrlich gestehen, mir hatte das Display des 810ers auch vollkommen gereicht, nun ist es halt etwas schöner. Gerade bei der Kartendarstellung in Verbindung mit Navigationstext und Datenfeldern ist jetzt noch was von der Karte zu erkennen.

Ebenfalls neu ist die Displayart. Hatte der Edge 810 noch ein Display, welches die Toucheingaben durch Druck registriert, so hat der Edge 1000 die bauweise, wie wir sie vom Handy her kennen. Druck ist keiner mehr erforderlich. Dafür ist die Bedienung mit Handschuhen etwas schwieriger, aber noch möglich. Spezielle Smartphone-Handschuhe sind auch nicht nötig. Bei Regen hatte ich bisher noch keine Erfahrungen gemacht.

Schade, dass der 1000er trotzdem noch einen so großen Rand um das Display hat, das können mittlerweile die billigsten Smartphone-Hersteller besser. Hier mal ein paar Screenshots des Displays in der Nachtanzeige (dunkel):

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Neu sind hier z.B. auch die Statusleiste. Diese kann man wie vom Smartphone gewohnt, einfach herunter ziehen und sieht seine verbundenen Geräte und Sensoren. Ebenfalls neu ist der „Homescreen“. Konnte man beim 810er nur die Aktivität starten (oder über einen Ordner weiter durcharbeiten oder sich die Karte anzeigen lassen), hat man beim 1000er direkt sechs wichtige Punkte zur Auswahl, unter anderem Strecken etc. Das ist wirklich einfacher.

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Fahrradprofile

Die hab ich am Anfang stundenlang beim Edge 1000 gesucht. Schließlich hatte ich im Edge 810 die Möglichkeit mehrere Fahrräder mit z.B. unterschiedlichen Radgrößen zu konfigurieren. Ebenso hatte ich einen „Kilometerzähler“ für jedes angelegte Bike.

Beim Edge 1000 gibt es diese Fahrradprofile nicht mehr. Die Einstellungen für Radumfang etc. werden hier bei den Sensoren direkt getroffen. Nutzt man allerdings einen Sensor für mehrere Räder mit unterschiedlichen Reifengrößen, dann muss man dies ständig ändern. Da ich allerdings einen kompletten zweiten Sensorensatz habe, ist das ganze für mein neues Bike kein Problem mehr. Bleibt das Problem des Kilometerzählers pro Fahrrad. Mein Workaround: Ich lege für jedes Fahrrad ein Aktivitätsprofil an. Schließlich möchte ich eh immer die gleichen Datenfelder in der gewohnten Reihenfolge haben und brauche deshalb keine unterschiedlichen „Profile“ um dies zu organisieren.

Abbiegehinweise

Fährt man eine geladene Strecke ab, so erschienen beim Edge 810 immer diese Abbiegehinweise. Am Anfang mochte ich diese nicht, aber mit der Zeit fand ich die schon praktisch. Nach dem Wechsel auf den Edge 1000 erschienen keine Abbiegehinweise. Scheiße! Kann das der 1000er nicht? Doch! Man muss sie allerdings erst aktivieren. Ich bin mir nicht sicher, ob man das beim 810er ändern konnte? Ich glaube nicht, sonst hätte ich sie am Anfang bestimmt deaktiviert.

Geschwindigkeit & Stabilität

Der 1000er reagiert schneller. Man merkt einfach das es das neuere Modell ist. Aber wir reden hier von einem Fahrrad-Computer… Trotzdem muss es erwähnt werden.

Was auf jeden Fall spürbar ist, die Satelliten werden viel schneller gefunden. Beim 810 war das im Vergleich zu älteren Modellen schon schnell, aber der 1000er hat quasi sofort Empfang nach dem einschalten. Zumindest sind oftmals die Satelliten noch vor den Sensoren verfügbar.

Um etwas langfristiges über die Stabilität sagen zu können, habe ich den 1000er zu kurz. Aber, nachdem was man von anderen Umsteigern hört, läuft der Edge generell stabiler.

Karten

Beim Edge 1000 liefert Garmin direkt eine Karte (Europa) mit, welche auf Openstreetmap-Daten basiert. Die Kartendaten werden ganz normal über Garmin Express aktualisiert, was allerdings bei über 6GB für die Karte immer etwas dauern kann. Super, da muss man also nicht direkt eine eigene Karte installieren. Allerdings finde ich die Darstellung im Gelände nicht so toll, weshalb ich wieder meine bekannte und gewohnte Openfietsmap Lite installiert habe. Da der Edge 1000 noch rund 1,2 GB Platz auf dem Gerät hat, könnte man sogar hier die Karte installieren, ich empfehle aber die Karten auf eine externe SD-Karte zu speichern. Warum? Falls die Karte fehlerhaft ist, oder beim kopieren ein Fehler passiert könnte es sein, dass sich das Gerät beim starten aufhängt. Ist die Karte auf dem Gerät selbst, könnte dies ein Problem werden. Ist sie allerdings auf einer externen Karte, dann kann ich diese entfernen und das Gerät sollte normal starten.

Konnektivität

Der Edge 810 bietet ja auch schon einige Internetfunktionen, wie den automatischen Upload, über das per Bluetooth verbundene Smartphone oder Live-Tracking. Der 1000er schafft das aber noch zu toppen. Neben der herkömmlichen Bluetooth-Verbindung unterstützt dieser auch Bluetooth 4.0, auch SMART oder LE genannt, und hat damit noch weitere Möglichkeiten, wie z.B. das Anzeigen von Anrufen oder SMS.

Ebenfalls hinzugekommen ist WLAN. Wenn man nicht die Uploadfunktion über die Connect Mobile App auf dem Smartphone nutzen möchte, kann man auch direkt per WLAN von dem Gerät hochladen. Ein drittes Gerät (Smartphone oder PC) ist dann nicht mehr nötig. Diese Funktion habe ich allerdings nicht wirklich beim 810er vermisst.

Garmin Connect IQ

Bei den fenix- und Forerunner-Geräten von Garmin gibt es sie schon länger, jetzt auch auf dem Edge 1000: Die Garmin IQ-Schnittstelle. Für Technikfreaks ein Leckerbissen, denn so ist es möglich, Apps auf dem Gerät zu installieren. Ein SDK und eine Dokumentation zur Schnittstelle werden von Garmin bereit gestellt. Was bringen diese Apps auf dem Gerät? Für mich nicht viel neues. Zumindest bei den bisher erhältlichen. Meistens handelt es sich um weitere Datenfelder, die man sich auf dem Display anzeigen lassen kann und vom Edge direkt nicht bereitgestellt werden, wie z.B. die Durchschnittsgeschwindigkeit der letzten x Minuten oder einen analogen Tacho wie im Auto. Bleibt abzuwarten, was sich in diesem Bereich so tut und ob es evtl. doch noch mehr sinnvolle Apps geben wird.

Fazit

Man merkt einfach, dass der Edge 1000 das neuere Modell ist. Auch wenn ich mit den Funktionen des 810er zufrieden war, die neuere Software und Funktionen des 1000er gefallen mir sehr gut. Größer darf er aber nun wirklich nicht mehr werden…

Lesetipps

Zum Edge 1000 gibt es genug Tests im Netz, trotzdem möchte ich hier gerne auf diesen und diesen sehr guten Bericht auf Coffee & Chainrings aufmerksam machen.

 

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3 Gedanken zu „Vergleich Garmin Edge 810 vs. 1000“

  1. Danke für die Erwähnung und schön, dass du mit dem Edge 1000 zufrieden bist. <3

    Ich wünsche dir viele spannende Touren mit dem Gerät!

    Viele Grüße
    Daniel

  2. Danke für Deine Übersicht! Sehr informativ, ich stand letztes Jahr auch vor der Wahl und habe mich für den 1000er entschieden. Bin sehr zufrieden damit und beschäftige mich gerade mit den jetzt verfügbaren Connect IQ Apps und Datenfeldern. Vielleicht gibt´s darüber bei mir demnächst einen Artikel.

    Die verschiedenen Aktivitätsprofile nutze ich auch für unterschiedliche Bikes, macht auch Sinn, da ich beim MTB andere Datenfelder und Anzeigen möchte als beim Rennrad. Einen km-Zähler habe ich allerdings noch nicht entdeckt. Generell ist aufgrund der Funktionsvielfalt die Konfiguration schon sehr herausfordernd 😉

    Schöne Grüße,

    Thoschi

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