Tubeless oder doch nicht?

Lange habe ich das Thema verdrängt, doch letzten Sonntag bei der Tour mit Micha und Tobi kam das Thema mal wieder auf. Tubeless. Wir stellten fest, dass wir alle eigentlich in der Theorie doch ganz gut Bescheid wussten, nur keiner von uns sich bisher getraut hat.

Aber warum? Ganz klar: Beim Schlauchreifen ist und allen bekannt was im Falle eines Platten zu tun ist. Ersatzschlauch auspacken, Schlauch wechseln, aufpumpen und weiter gehts. Aber beim Tubeless Reifen? Klar, durch Dornen etc. soll man bei den schlauchlosen Reifen erst gar keinen Platten bekommen, dafür sorgt die Dichtmilch, welche sich im Reifen befindet. Soweit die Theorie. Aber was ist wenn man durch Glas fährt und sich einen kleinen Cut holt? Bei einem Schlauchreifen konnte man den Mantel zur Not auch irgendwie mit einem Kabelbinder so versuchen zu fixieren, dass zumindest die Heimreise noch möglich war. Wenn ich hier von Tubeless rede, meine ich übrigens das „Tubeless Ready“ System, also bei dem sowohl auf Felge als auch im Reifen selbst auch ein Einsatz eines Schlauches möglich wäre.

Die Vor- und Nachteile von schlauchlosen Reifen liegen klar auf der Hand:

Vorteile von Tubeless:

  • Besserer Pannenschutz
  • geringerer Luftdruck möglich -> besserer Grip & Fahrverhalten
  • weniger Gewicht
  • angeblich besseres Abrollverhalten

Nachteile von Tubeless:

  • Dichtmilch im Reifen erforderlich
  • Dichtmilch muss regelmäßig erneuert werden
  • Kompliziertere Montage (?)
  • Öfteres Nachpumpen als beim Schlauch-Reifen (?)

Die Dichtmilch sollte nicht das Problem darstellen. Diese gibt es heutzutage auch schon recht günstig in jedem Fahrradgeschäft. Hier zahl man pro Reifen auch nicht (viel) mehr als bei einem Markenschlauch.

Allerdings sollte diese Dichtmilch laut Hersteller alle 2-7 Monate gewechselt bzw. nachgefüllt werden, da die Dichtmilch verhärtet und zu Gummi wird. Die Angabe 2-7 Monate ist relativ breit ausgelegt, wie sieht es hier in der Praxis aus? Kann jemand von Erfahrungen berichten?

Ob die Nachteile der komplizierteren Montage und dem regelmäßigen Nachpumpen heutzutage noch so aktuell sind kann ich ebenfalls nicht sagen. Bei meiner Recherche zu dem Thema bin ich allerdings häufig darüber gestolpert. Die Technik geht ja aber auch immer einen Schritt weiter. Hat hier vielleicht ebenfalls jemand Erfahrungen und kann in den Kommentaren berichten?

Soweit ist eigentlich alles überschaubar. Ich denke ich werde an meinem neuen Bike dann auch mal Tubeless ausprobieren. Die Reifen sind „Tubeless easy“, die Laufräder vermutlich auch und werden sogar schon mit dem passenden Tubeless-Ventil geliefert. Fehlt also eigentlich nur noch die Dichtmilch. Schläuche hatte ich zwar schon bestellt, aber da die auch in mein GIANT passen, kann ich diese ja da auch erstmal fahren.

Aber was ist dann doch wenn ich mal einen kleinen Cut durch nen Glassplitter oder sonstiges habe? Oder ein etwas größeres Loch, welches die Dichtmilch nicht abdichtet? Hier gibt es scheinbar auch Mittel, wie z.B. MaXalami oder Sahmurai Sword,  welche weiterhelfen. Ebenso ist es scheinbar auch möglich unterwegs einfach wieder einen Schlauch in den Reifen zu ziehen. Also eigentlich alles beim alten, wenn ich nichts verpasst / übersehen habe.

Bei Youtube gibt es etliche Videos zu dem Thema, z.B. auch eine sehr gute Montageanleitung und Demo der Dichtmilch von Schwalbe.

Wie sind eure Meinungen und vor allem Erfahrungen zu dem Thema? Habe ich irgendeinen Aspekt vergessen oder vernachlässigt?

Einen ausführlichen, aufklärenden und sehr lesenswerten Erfahrungsbericht auf Grundlage dieses Beitrags hat Daniel von Coffee & Chainrings auf seiner Seite veröffentlicht.

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5 Gedanken zu „Tubeless oder doch nicht?“

  1. Hallo,

    ich bin seit Juni letzten Jahres ohne Schlauch unterwegs (okay genau genommen habe ich immer einen dabei, aber der nur für den äußersten Notfall).
    Zum Abrollverhalten kann ich nix sagen, da ich zugleich den Reifen gewechselt habe..
    Ansonsten bin ich super zufrieden, keinen Platten bisher und keinerlei wartungsaufwand. Ich werde aber bald mal reinschauen und nachsehen was die Milch so macht.
    Ab und an muss ich nachpumpen, aber gefühlt ist das nicht anders, als bei einem Reifen mit Schlauch. Den Luftdruck kontrolliere ich vor jeder Abfahrt nach wie vor.. ob mit oder ohne Schlauch..
    Was wichtig ist: das Felgenband muss gut sitzen, das ist die halbe Miete 🙂
    Für den äußersten Notfall habe ich wie geschrieben einen Schlauch dabei, den kann man ganz normal wieder in den Reifen tun bei nem größeren Schaden.

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