E-MTB ausprobiert

Um auch mit meinen Knieproblemen wieder mal in Richtung Elfringhauser Schweiz zu fahren überlegte ich mir, ein Mountainbike mit elektronischer Unterstützung auszuprobieren. Vielleicht wäre das ja eine Alternative? Da mein Chef ein fast neues (keine 60km gelaufen) Haibike Sduro Fully im Keller stehen hat, fragte ich ihn ob ich es mir mal ausleihen kann. Natürlich war das kein Problem. So nahm ich es mit nach Hause und die erste Ausfahrt erfolgte auch umgehend.

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Es ist etwas anderes als ein normales Mountainbike. Ein fahren ohne Unterstützung geht in der Ebene noch ganz gut, aber sobald es auch nur etwas bergauf geht merkt man das Mehrgewicht in Kombination mit den beschränkten Übersetzungsmöglichkeiten (verbaut ist eine 1×10 Schaltung) deutlich. Ok, dafür ist ja auch die Unterstützung vorhanden. Allerdings lieferte der Yamaha-Motor auf geringster Stufe (Eco) so eine Unterstützung, dass man das Gefühl bekommt als wäre man leicht abschüssig unterwegs ist. Bei steileren Abschnitten muss man halt den Standard-Modus oder den High-Modus wählen.

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Komischerweise hatte ich nach rund 35km jedesmal am Ende das Gefühl, als wäre ich mit meiner Tochter mit 8km/h ne Runde um den Stausee gefahren. Die Erschöpfung fehlte jedesmal komplett.

Ok, wäre das Knie nicht kaputt, hätte ich das eine oder andere mal eine kleinere Stufe gewählt, aber das wäre momentan vermutlich zu viel gewesen… Aber so fehlte mir einfach was. Es ist schwer zu beschreiben, es fühlt sich irgendwie komisch an… Genau das, was beim Fahrrad fahren mir so viel Spaß bereitete fehlte. Selbst meine flachen Runden machen mir im Moment mehr Spaß, weil ich weiß, ICH bin sie gefahren. Zudem war für mich das Biken immer in Verbindung mit Freiheit. Egal wann, egal wie, ich konnte aufsteigen und los. Unabhängig vom Rest der Welt. Mit dem E-Bike bin ich schon wieder gebunden. Der Akku muss geladen sein, die Tour darf nicht zu lange werden…

Dazu kommt auch noch, dass ich schon mehrmals Situationen hatte, bei denen ich mein Bike mal kurz wo drüber gehoben habe, die Treppe hoch getragen habe oder mit dem Bike mich durch einen umgekippten Baum gewuselt habe. Mit dem E-Bike nicht unmöglich, aber eben deutlich erschwert. Und jedesmal aussen rum fahren ist doch auch doof.

Das höhere Gewicht ist mir übrigens auf Trails nicht unbedingt negativ aufgefallen. Das Bike fuhr zwar anders, aber ich glaube das war unabhängig vom Gewicht. Nur auf schlammigen Passagen muss man höllisch aufpassen, durch das höhere Drehmoment am Hinterrad dreht dieses viel schneller durch.

Als Fazit kann ich sagen, für mich ist es nichts auf Dauer. Es macht mir einfach nicht so viel Spaß wie normales fahren. Ich werde das Bike aber noch nicht zurückgeben, denn nur mit diesem habe ich die Möglichkeit in nächster Zeit mal ne Runde mit Freunden zu drehen, die nicht nur flach fahren wollen. Ansonsten bleibe ich meinen Muskeln treu und werde primär wieder flach fahren. Ende Oktober muss ich zur nächsten Kontrolle zum Doc, vielleicht kann der ja schon eine Besserung erkennen.

Was mir allerdings auch aufgefallen ist: Mit nem E-Bike wird man von fast keinem anderen Biker mehr gegrüßt. Dabei ist meine Einschränkung auf Grund der Kniebandage eigentlich auch optisch zu erkennen. Zweimal wurde mir auch noch ein dummer Spruch gedrückt und gelacht. Mich stört es jetzt nicht sonderlich, da ich ja weiß warum ich das E-Bike fahre und das ganze auch nicht ne Dauerlösung ist… Witzig aber, dass diese „Sportsfreunde“ von der Kleidung und den Bikes wohl eher der etwas abfahrtsorientierteren Abteilung zuzuordnen waren. Auch wenn es wahrscheinlich Zufall war, aber wenn die dann am Wochenende im Bikepark den Lift nehmen ist das was anderes? Schade das hier der gegenseitige Respekt fehlt, ich denke mir immer es soll jeder so fahren wie er mag. Wichtig ist doch das man fährt… Wäre es nicht besser, wenn wir alle an einem Strang ziehen würden? In diesem Sinne: Brain on!

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