Die ersten Kilometer mit dem Canyon Fitnessbike

Mittlerweile habe ich die ersten Kilometer mit dem neuen Canyon Roadlite AL 5.0 abgespult und es ist Zeit für einen ersten Fahrbericht bzw. einen ersten Eindruck. Damit ich jetzt nicht gleich kreuz und quer schreibe, werde ich das ganze in verschiedene Kategorien unterteilen.

Komfort

Das Bike hat keine Federung und auch durch die „harten“ Reifen ist das Bike nicht mit meinen bisherigen Bikes vergleichbar. Ich möchte es auch nicht vergleichen, das wäre unfair. Bei der ersten Ausfahrt empfand ich es noch etwas extremer als jetzt. Ich denke das hat auch einfach was mit Gewohnheit zu tun. Durch die fehlende Federung kommt nicht nur mehr beim Fahrer an, man merkt es auch an Schaltzügen, etc. Bei größeren Stößen kann es schonmal vorkommen, dass diese aneinander stoßen, was eine andere Geräuschkulisse ergibt. Vielleicht fällt sowas auch einfach mehr auf, da das Bike ohne grobes Profil einfach generell leiser rollt.

Sitzposition

Eigentlich gehört dieser Punkt auch schon etwas zu „Komfort“, will aber kurz trotzdem mal was dazu schreiben. Ich empfinde die Sitzposition als angenehm. Klar, es ist etwas anderes als auf dem MTB oder einem Rennrad, aber auch nicht das Mittelding. Schwer zu beschreiben. Auf jeden Fall ist im Vergleich zu meinem Fully die Gewichtsverteilung ganz anders, es liegt viel mehr Gewicht auf der Vorderachse. Erstmals habe ich auch eine erkennbare Sattelüberhöhung, auch wenn diese sich bei der Rahmengröße S trotzdem noch in Grenzen hält. Auch durch den schmaleren (600mm) Lenker ergibt sich ein kompakteres sitzen.

Schaltung & Bremsen

Das Bike ist mit einer kompletten Shimano Tiagra Gruppe (4700er) ausgestattet. Von der Kompaktkurbel (50/34) über die 2×10 Schaltgriffe bis hin zum Schaltwerk ist alles aus dieser Gruppe. Das komplette Gruppen verwendet werden ist auch scheinbar im Rennradbereich üblich, während man bei Mountainbikes oftmals Mixe, teilweise auch extreme Mixe mit Sprüngen über mehrere Gruppen, findet.

Man sagte mir am Anfang, die Tiagra Gruppe wäre mit der Deore im Mountainbikebereich vergleichbar. Ich hatte an meinem Hardtail auch eine Deore-Gruppe verbaut, finde aber die beiden nicht vergleichbar. Die Tiagra-Gruppe schaltet gefühlt schneller und unauffälliger. Es war schon des öfteren so, dass ich mit einem Blick auf die Kassette überprüft habe, ob die Kette wirklich eins weiter gewandert ist, da ich nichts gemerkt habe. Im Vergleich zur 105er-Gruppe soll die Tiagra etwas schwergängiger sein. Ich kanns nicht vergleichen, aber an den Schaltgriffen für den geraden Lenker wird man vermutlich auch nicht so einen großen Unterschied spüren. Die Gänge lassen sich nicht großartig schwerer schalten wie bei meiner SLX am Fully.

Bei den Bremsen hat Canyon günstige Scheibenbremsen von Shimano verbaut. Diese sind nicht mit meinen SLX zu vergleichen. Die SLX haben hier einen noch feineren Druckpunkt und sind besser zu dosieren. Allerdings ist bei dem Einsatzzweck des Fahrrads eine solche Dosierbarkeit nur selten nötig. Ich denke daher, die Bremsen sind für das Bike ausreichend.

Laufräder & Reifen

Zu den verbauten Mavic CrossOne Laufrädern kann ich aktuell nichts sagen – Sie erfüllen bisher ihren Zweck. Anders sieht es bei den Reifen aus, da kann ich schonmal einen ersten Eindruck abgeben. Die verbauten Continental Grandprix in 28mm Breite machen auch einen ordentlichen Eindruck. Sie laufen leicht (soweit ich das beurteilen kann) und haben eigentlich auch einen recht guten Grip. Selbst bei Nässe hatte ich nicht den Eindruck, dass diese zu rutschig wären. Ich fühlte mich jedesmal sicher. Im Vergleich zu anderen Reifen in 28mm Breite sind diese allerdings recht schwer, was ich aber mal vernachlässige.

Sonstige Anbauteile

Verbaut sind viele Teile der Eigenmarke. Sie erfüllen ihren Zweck, was soll man dazu großartig schreiben? Warum ich diesen Punkt dennoch mit in die Liste aufgenommen habe sind die Lenkergriffe. Diese fand ich für meine Hände einfach nur unbequem. Deshalb habe ich diese schon gegen welche von Ergon ausgetauscht, was nun deutlich angenehmer ist.

Fahrverhalten & Vortrieb

Jetzt wirds richtig spannend, der wohl interessanteste Punkt.

Ich hatte einige Bedenken bzgl. der Übersetzung, weil ich auf dem MTB nen kleineren Gang habe. Auch den habe ich bisher nicht vermisst. Da diese Reifen einfach viel leichter rollen und das Bike mit seinen 10kg auch merklich leichter ist, fällt das gar nicht so auf. Die aerodynamischere Sitzposition übernimmt vermutlich den Rest. Wenn das Bike neben meinem MTB steht, wirkt es irgendwie wie ein Kinderfahrrad, dadurch, dass der Lenker so tief ist und generell das Bike tiefer liegt. Nicht zu vergessen auch der deutlich kürzere Radstand, welcher das Bike übrigens sehr wendig macht. Trotzdem ist es sehr laufruhig. Schwer zu erklären.

Erstes Fazit

Ich bin mit dem neuen Bike sehr zufrieden. Auch wenn es „nur“ das Einsteigermodell der Roadlite Serie ist, für meine Ansprüche reicht es. Es macht Spaß mit dem Rad meine Kilometer an der Ruhr oder auf Trassen zu fahren, es fühlt sich super an und ist genau so wie ich es mir gewünscht habe. Es ist auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung zu meinem Mountainbike, und genau das sollte es ja auch sein.

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4 Gedanken zu „Die ersten Kilometer mit dem Canyon Fitnessbike“

  1. Super Berichte, ich befand mich in einer ähnlichen Situation und wollte neben meinem Trekkingbike noch etwas schnelles haben. Habe mir dann dasselbe Bike (nur in grösser) geholt und bin echt begeistert über den Vortrieb und überrascht, wieviel der eigenen Kraft man doch in Geschwindigkeit umsetzen kann.
    Nette Getränkehalter, sieht echt gut aus. In der Hoffnung auf trockene Tage werde ich hier immer mal reinschauen. Vielleicht gibt’s ja neue Berichte 😉

    lg siggi

    1. Danke!
      Es freut mich zu lesen, dass es noch mehr Leute gibt die mit dem Bike happy sind. Ich glaube das Bike wird oftmals auch einfach unterschätzt, denne s kann schon was.
      Generell etwas schade, dass diese Gattung an Bikes etwas untergeht und es nur wenige solcher „Konzepte“ gibt bzw. diese auch oftmals einfach untergehen.

  2. Guter Bericht und Photos, Danke. Freut mich einen echten, persönlichen Erfahrungsbericht zu dem Bike im Internet gefunden zu haben. Bin gerade auf der Canyon Website am recherchieren, ist auch alles top dort, aber ich suchte noch eine richtige Meinung zusätzlich zu den Specs und Hochglanz-HighEnd-Bildern.

    1. Genau deshalb habe ich den Bericht auch verfasst – ich war mir vor dem Kauf auch nicht wirklich sicher, gerade auch weil ich mich bei den Road-Komponenten nicht wirklich auskannte.
      Mittlerweile hab ich über 2000km (ohne Defekte) mit dem Bike zurückgelegt und bereue die Entscheidung nicht. Für mich sind auch die Komponenten mehr als ausreichend. Auch die Bremse war ausreichend, allerdings mag ich hier gerne Reserven haben, auch da ich nicht der leichteste bin.

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