Bkool Indoor – Virtuelles Training

Nachdem ich bereits hier meine ersten Erfahrungen mit Zwift mitgeteilt habe, möchte ich dies nun auch für die virtuelle Trainingssoftware von dem Hersteller für Rollentrainer Bkool tun. Die Software gibt es sowohl für Windows, Mac, Android und iOS. Sie ist auch nicht nur mit Trainern von Bkool kompatibel, sondern unterstützt viele der gängigen Marken.

Im Vergleich zu Zwift fährt man nicht frei in einer virtuellen Welt, sondern man fährt auf festgelegten Strecken. Jetzt kommt der erste Vorteil: Diese Strecken sind als Karte / 3D-Animation oder sogar als echtes Video verfügbar. Um eigene Strecken mit einem Video zu versehen bietet Bkool auch eine Videoschnittsoftware an. Generell ist es so, dass wenn man seinen Account mit Strava etc. gekoppelt hat, die dort gefahrenen Strecken auch im Simulator bereit stehen, und auf der Karte interaktiv abgefahren werden können, falls der Trainer eine interaktive Steuerung unterstützt. Für eine Darstellung in 3D-Animation muss die Strecke nur den Kriterien von Bkool entsprechen. Was das genau ist, habe ich nicht herausgefunden, die Strecke muss aber in „guter Qualität“ sein. Um eine 3D-Umgebung zu erzeugen dauert es aber mehrere Stunden bis zu einem Tag.

Um die Software zu nutzen benötigt man allerdings einen Premiumaccount, welcher 9,99€ im Monat kostet oder 96€ im Jahr. Somit ist die Nutzung preislich (zumindest bei monatlicher Buchung) auf einer Ebene mit Zwift. Es gibt auch hier eine Testmöglichkeit, diese beschränkt sich auf 5 Sessions innerhalb von 30 Tagen. Finde ich etwas sinnvoller als bei Zwift.

Zunächst mal die Software starten und Sensoren verbinden… Ging eigentlich auch ganz easy. Hier hatte Bkool allerdings zuerst meinen Trainer (Elite Qubo Digital Smart B+) als Elite RealAxiom erkannt. So funzte die interaktive Steuerung nicht. Als „Elite ANT+ Trainer“ klappte alles perfekt. Auch die Garmin Sensoren wurden anstandslos gefunden und verbunden.

Los ging also die erste Session. Hierzu hatte ich mir im Vorfeld eine Strecke in Spanien am Meer ausgesucht – mit Video. Klingt gut, also fahren wir mal bei heimischem Scheißwetter in der Sonne von Spanien.

Eigentlich hat diese Runde auch recht viel Spaß gemacht und war auch recht abwechslungsreich. Anzumerken bleibt, dass diese Strecke (inkl. Video) von einem normalen Benutzer hochgeladen wurde.

Meine zweite Session habe ich auf der Nordschleife des Nürburgrings ausgetragen. Diese gab es nicht als Video, deshalb hatte ich eine mit virtueller 3D-Umgebung gewählt. Es ist die offizielle Rad-am-Ring-Strecke, welche von meinem Blogger-Kollegen und Twitter-Follower Endurange erstellt wurde und scheinbar als Vorbereitung zu seiner Rad-am-Ring-Teilnahme dienen sollte.

Schon schnell merkte ich während des Fahrens, dass sowas wie „Ringfeeling“ nicht aufkommt. Die Gegend wurde zwar ganz ansprechend dargestellt, nur hat soviel mit Nordschleife gemeinsam wie ne Badehose mit Reiten.

Die unteren beiden Bildern sind übrigens im Karusell… Ich denke ihr könnt verstehen was ich meine…. Die Kartenansicht ist auch ganz nett und vor allem auch bei wirklich jeder Strecke vorhanden:

Übrigens finde ich es gut, dass jederzeit ersichtlich ist ob sich die angegebene Geschwindigkeit um eine echte Geschwindigkeit oder eine virtuelle Geschwindigkeit handelt. Virtuelle Geschwindigkeit? Japp. Logischerweise kann der Trainer bergab nicht beschleunigen um einen positiven Widerstand zu erzeugen. Um das auszugleichen wird die Geschwindigkeit virtuell erhöht. Bergauf ist es andersrum. Es wird weniger angezeigt als man wirklich fährt.

Die dritte Trainingseinheit umfasste eine von mir vorher schonmal gefahrene Strecke. Diese war zu dem Traininsgzeitpunkt nur als Karte verfügbar. Aber ich hatte einen ungefähren Anhaltspunkt wie sich manche Steigungen in Wirklichkeit anfühlen. Im Ganzen ist das schon ganz gut umgesetzt. Ich denke das kommt bei vielen Abschnitten schon ganz gut hin.

Als vierte und letzte Trainingseinheit habe ich eine Strecke mit Video von Bkool gewählt – einfach um zu testen ob diese Strecken anderer Qualität sind. Diese Frage kann ich mit nein beantworten. Die Strecke wurde scheinbar von einem Begleitmotorrad gefilmt. Ansonsten fand ich hier die Strecke recht langweilig.

Nun noch ein paar Worte zum sozialen Aspekt: In jeder Trainingseinheit fährt man mit „Geistern“ und kann die ganze Zeit seine Zeiten mit diesen vergleichen. Wenn die Strecke schon von anderen gefahren wurde, so sind es die Geister von diesen, ansonsten einfach virtuell berechnete Geister. Des Weiteren haben andere während der Session die Möglichkeit dieser beizutreten, falls diese nicht mit einem Passwort versehen ist. Somit wäre dann auch hier ein gemeinsames Fahren möglich. Eine offene Welt, wie sie jedoch in Zwift enthalten ist, gibt es hier nicht.

Als Fazit kann ich für mich nur sagen, dass mir das Fahren mit Zwift mehr Spaß gemacht hat und ich dabei auch bleiben werde. Man „trifft“ einfach mehr Leute. Dazu fand ich die Auswahl an Strecken bei Bkool doch recht schwierig. Es gibt gute und schlechte Videos… Vermutlich eine Glückssache, da auch meiner Meinung nach die Bewertungen der Strecke nicht so aussagekräftig waren. Bereitet man sich allerdings auf ein Rennen vor, so kann Bkool unter umständen sinnvoller sein.

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