Die ersten 150km mit dem Garmin Edge 810

Vor kurzem hatte ich über den Garmin Edge 810 berichtet, der mich mittlerweile bei den Touren begleitet. Die ersten 150km (wenn man es genau nimmt 188km) habe ich nun mit dem Gerät absolviert und möchte ein erstes Fazit abgeben.

Im Internet liest man sehr viel über Geräte dieser Serie, die ständig abstürzen oder das Display einfriert. Von diesen bin ich zum Glück größtenteils verschont geblieben.

Als Kartenmaterial hat sich bei mir die OpenFietsMap Lite (Fiets = niederländisch für Fahrrad), da diese für mich die beste Darstellung ermöglicht. Alles reduziert auf das nötigste, und dank des Kontrastes auch sehr gut ohne Displaybeleuchtung zu erkennen. Hier mal ein paar Screenshots dieser Karte:

137 155 200 234

Ein weiterer Vorteil dieser Karte ist, dass man über garmin.openstreetmap.nl sich diese Karte selbst erstellen kann, bzw. den genauen Ausschnitt festlegen kann. Somit habe ich für den normalen Gebrauch auch nur NRW und die angrenzenden Kacheln eingebunden und habe so auch von der Dateigröße eine „leichte“ Karte mit nur rund 290MB. Bei den Absturzproblemen anderer Edge 810 Nutzer liest man auch meist was von „Out of memory“ Fehlermeldungen. Ob da evtl. die Kartengröße auch was mit zu tun haben könnte? Ich weiß es nicht. Es ist zwar korrekt, dass auf dieser Karte manche Wegtypen gruppiert sind, aber gerade das macht sie für mich während der Fahrt gut ablesbar. Und unterwegs interessiert es mich meist weniger, ob der Weg in der MTB Skala als „0“ oder „1“ eingestuft wird, mich interessiert eher ob da ein Weg ist oder nicht. Bei ganz schlechten Wegen ist zur Not auch noch ein Warnschild zu sehen. Viele andere Karten sind deutlich detailreicher, aber wie gesagt, für mich ist diese Karte optimal.

Meine Strecken plane ich per GPSies und exportiere mir diese als GPX-Track, welchen ich im Anschluss auf die Speicherkarte des Geräts in den „NewFiles“ Ordner kopiere. Somit konvertiert das Gerät diese GPX-Datei beim nächsten Anschalten automatisch in das Garmin-FIT-Format. Ein einfacher Weg.
Diese Strecken fahre ich dann meist mit dem Gerät ab. Wenn ich irgendwo abbiegen muss zeigt mir der Edge dies ein paar Meter vorher an und warnt mich akustisch. Das ist mit einem „normalen“ Navi, wie wir es im Auto finden, zu vergleichen. Falls bekannt, bekomme ich auch den Hinweis „Rechts auf Hügelstraße“. Falls der Weg keinen Namen hat kommt der Hinweis „Rechts auf Pfad“ z.B. Diese Abbiegehinweise sollen aber auch vom Kartenmaterial abhängig sein. Manche sind hier scheinbar gar nicht routingfähig, dann gibts keine Hinweise. Auch wann die Hinweise kommen soll vom Kartenmaterial abhänging sein. Mit meiner OFM Lite klappte es bisher sehr gut.

Ebenfalls einwandfrei funktioniert der automatische Upload über mein Handy zu Garmin Connect und auch der Datenabgleich. Ebenso wird die Aktivität auch perfekt an Strava weitergeleitet, so dass ich oftmals schon ein Kudo habe, bevor ich wieder in der Wohnung angekommen bin. 🙂 Interessant wird dies vermutlich bald mit den Live Segmenten, die seitens Strava und Garmin schon angekündigt wurden und mit dem nächsten Firmware-Update verfügbar sein sollen. Ich bin gespannt und werde bestimmt auch darüber nochmal berichten.

Bisher bin ich mit dem Gerät mehr als zufrieden und freue mich über jede Ausfahrt. Endlich alles auf einen Blick auf einem Gerät. Das das Menü teilweise nicht 100% ins deutsche übersetzt wurde, stört mich dagegen eher weniger.

Was mir allerdings aufgefallen ist: Ich fahre jetzt weniger Höhenmeter als vorher. Das liegt aber vermutlich daran, dass die von Strava ermittelten Höhenmeter z.B. keine Tunnel oder Brücken berücksichtigen, da ja nicht bekannt ist wo ich fahre. Krass finde ich immerhin den Unterschied, der teilweise bis zu 15% beträgt. Aber genauer als barometrisch ermittelt geht nicht. Ich habe mich mittlerweile einfach mit meinen neuen, echten Höhenmetern angefreundet.

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3 Gedanken zu „Die ersten 150km mit dem Garmin Edge 810“

  1. Hi Thorsten,

    hast Du noch immer keine Probleme mit Deinem Edge 810?

    Meiner stürzt aktuell bei jeder längeren Tour ab, vornehmlich wenn ich damit einen Track nachfahre – kann natürlich aus Zufall sein. Das Gerät bleibt entweder einfach hängen oder geht direkt ganz aus. Die bis dahin gefahrenen Strecke liegt als Fragment auf dem System und ich kann sie manuell wieder zusammenbasteln. Brauche ich eigentlich nicht…

    Bin schon am überlegen ob ich den 820, den 1000er oder gleich ein ganz anderes Modell wählen soll.

    Viele Grüße,
    Rene

    1. Doch doch, die Probleme kamen, wie bei gefühlt jedem 810er, wenn man sich mal so umhört…. Mit zunehmender Firmwareversion wurde es schlimmer. Zudem hatte er sich bei einem Update mal ganz zerschossen, dann habe ich ihn eingeschickt und mit wurde der 810er gegen einen 1000er getauscht (kostenfrei).
      Ob es auch an meinen beschriebenen Abstürzen lag oder nur am nicht mehr startenden Gerät, ich weiß es nicht. Jedenfalls fand ich das einen guten Zug von Garmin, immerhin hatten sie mir den 1000er wieder als Bundle, also mit den Sensoren, geschickt. Somit konnte ich direkt auch das Zweitrad ausstatten.

      Der 1000er läuft deutlich besser, schneller und stabiler. Ich glaube ich hatte bisher bei mindestens 3500km erst ein Absturz. Auch sonst läuft alles prima.

      Den 820er finde ich persönlich zu klein. Das Display ist durch das breitere Format imho zu klein, um mit einem Blick darauf was zu erkennen, zumindest in der Kartenansicht. Viel mehr Alternativen gibt es aber leider immer noch nicht, wobei hier ein Blick auf die Wahoo Elemnt Geräte lohnenswert sein könnte.

      Viele Grüße,
      Thorsten

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